Manchmal hat ein Hotel Charme, manchmal Geschichte – und manchmal ist es einfach nur in die Jahre gekommen. Hier fiel es uns schwer zu unterscheiden, ob wir Gebrauchsspuren oder mangelnde Sauberkeit vor uns hatten.
Schon beim Betreten des Zimmers fiel ein unangenehmer Geruch auf. Die Möbel wirkten verschmutzt und insgesamt machte das Zimmer keinen gepflegten Eindruck. Etwa alle 30 Minuten war zudem ein Brummen zu hören, das ein wenig an den Motor einer Hafenfähre erinnerte. Tagsüber kein Problem – beim Einschlafen eher schon.
Eine Kommode hatte eine komplett ausgerissene Schubladenfront, die lose darin lag, eine zweite war ebenfalls beschädigt.
Im Bad wirkten die Fliesen noch ordentlich, doch die stark verschmutzten Fugen und Metallschienen leider nicht. Der Duschkopf war mit Panzerband am Schlauch befestigt, wodurch das Wasser herausspritzte. Freihändig duschen war dadurch nicht möglich.
Der stark verkalkte Wasserhahn kannte praktisch nur zwei Einstellungen: aus oder Überraschungsdusche. Unser Tipp: Den Hebel vorsichtig von unten antippen – so ließ sich das Wasser tatsächlich besser dosieren.
Bei den Betten hatten wir gemischte Erfahrungen. Eines der Doppelbetten war so durchgelegen, dass die Federn deutlich zu spüren waren – vielleicht leicht übertrieben, aber man fühlte sich kurz wie auf der Trainingsmatte eines Fakirs.
Den einen Stern gibt es ausschließlich für den günstigen Preis – der sich nach diesem Aufenthalt leider auch erklärt.